Politik
Ich schaue die Zahlen an, bevor ich eine Meinung dazu habe
Wie es dazu kam
Bei den Gemeinderatswahlen bin ich angetreten und nicht gewählt worden. Ich muss ehrlich gestehen, dass mich das im ersten Moment mehr getroffen hat, als ich vorher gedacht hätte. Man führt monatelang Gespräche, stellt sich hin, erklärt seine Position, und am Schluss entscheidet das Stimmvolk anders. Ich wäre der Letzte, der behaupten würde, da sei etwas falsch gelaufen. Der Souverän hat entschieden, und genau dieser Souverän ist mir wichtig.
Aufgehört habe ich deswegen nicht. Heute bin ich Mitglied der Finanzkommission von Erlinsbach.
Was ich dort mache
Die Finanzkommission prüft das Budget und die Jahresrechnung der Gemeinde und gibt der Gemeindeversammlung eine Empfehlung ab. Das klingt nach trockener Materie, und ehrlicherweise ist es das teilweise auch. Aber es ist die Stelle, an der man am genauesten sieht, wohin das Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler tatsächlich fliesst. Und es ist die Stelle, an der man nachfragen kann, bevor entschieden wird, statt nachher.
Dass ich dort gelandet bin, passt eigentlich ganz gut zu meinem Weg. Ich habe eine KV-Lehre gemacht, danach Betriebsökonomie studiert und führe seit Jahren meine eigene Firma. Ein Budget zu lesen und die Frage zu stellen, ob eine Ausgabe wirklich nötig ist, gehört bei mir zum Alltag. Nur geht es hier nicht um mein eigenes Geld, sondern um das der Gemeinde. Das macht die Sache ernster, nicht lockerer.
Ich verspreche hier keine grossen Würfe. Eine Finanzkommission macht keine Politik im Rampenlicht, sie schaut hin. Das ist weniger spektakulär als das, was ich mir für den Gemeinderat vorgenommen hatte, aber es ist nicht weniger nützlich.
Wofür ich einstehe
Meine Reisen und das Leben in verschiedenen Kulturen haben meine Sicht auf die Welt und die Rolle des Bürgers in der Gesellschaft geprägt. Daran hat sich durch eine verlorene Wahl nichts geändert.
Der Bürger als Souverän
Eine meiner festen Überzeugungen ist, dass der Bürger das Herzstück und der Souverän eines jeden Landes sein sollte. Die Erfahrungen aus meiner Zeit im Ausland, insbesondere in Vietnam und China, haben mich gelehrt, wie wenig selbstverständlich das ist. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir in einer einzigartigen Demokratie leben. Mir ist kein anderes Land bekannt, in dem das Volk an der Gemeindeversammlung selbst festlegen kann, wie viel Steuern es bezahlen will. Diesem System müssen wir Sorge tragen.
Individuelle und wirtschaftliche Freiheit
Ich halte die individuelle Freiheit für zentral. Die staatliche Einmischung ist auf das Nötigste zu reduzieren und die Eigenverantwortung des Einzelnen zu stärken. Es ist wichtig, dass wir die wirtschaftliche Freiheit von Klein- und Mittelunternehmen stärken und keine unnötigen bürokratischen Hürden aufbauen, sondern bestehende abbauen. Als jemand, der selbst eine kleine Firma führt, weiss ich ziemlich genau, wo diese Hürden weh tun.
Tradition und kulturelle Vielfalt
Mein Leben und meine Reisen haben mir den Wert der kulturellen Vielfalt gezeigt. Ich geniesse es, verschiedene Kulturen zu erleben und von ihnen zu lernen. Diese Vielfalt bereichert unsere Gesellschaft und fördert Toleranz, Verständnis und gegenseitigen Respekt. Meine Ansichten basieren auf Offenheit und Akzeptanz. Gleichzeitig ist es mir wichtig, dass die Schweizer Traditionen gepflegt werden. Ich sehe darin keinen Widerspruch.
Austausch und Dialog
Ich glaube an den Wert des Gesprächs und der Meinungsfreiheit. Wer mit mir anderer Meinung ist, darf mir das gerne sagen. Aus einer Diskussion, in der alle gleich denken, habe ich noch nie etwas gelernt.
Woran ich mich halte
Ich schaue die Zahlen an, bevor ich eine Meinung dazu habe.
02Ich vertrete auch eine unpopuläre Position, wenn sie sachlich richtig ist.
03Ich setze mich für einen nachhaltigen Finanzhaushalt ein, damit die nächste Generation nicht bezahlt, was wir heute beschliessen.
04Ich bin ansprechbar. Auch für die, die mich nicht gewählt haben.